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Statement: Hildegard Müller,
Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung
Hildegard Müller

Fragen an Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung:

Energie war im Jahr 2011 politisch eines der wichtigsten Themen in Deutschland. 
Wie fällt bislang Ihre Bilanz zur Energiewende aus und wo muss in diesem Jahr etwas geschehen?

Die Ziele sind klar und werden von der deutschen Energiewirtschaft mitgetragen: Ausbau der Erneuerbaren Energien zum Leitsystem der Zukunft, Ausbau der Verteil- und Übertragungsnetze, Neubau von Kraftwerken, Steigerung der Energieeffizienz, bessere Forschungsförderung für Speicher und neue Technologien plus eine weiterhin sichere und bezahlbare Energieversorgung. Die Arbeit zur Umsetzung der politisch beschlossenen Ziele geht in der Tat jetzt erst richtig los. Es fehlt allerdings in vielen Bereichen an einem konkreten Fahrplan. Wir müssen die Energiewende Schritt für Schritt umsetzen.

Wie will sich die Energiewirtschaft langfristig aufstellen, um eine zuverlässige Stromerzeugung mit Erneuerbaren Energien jederzeit zu garantieren?

Die Erneuerbaren Energien selber müssen in Zukunft nicht nur aus Kostengesichtspunkten stärker auf Marktsignale reagieren. Im Moment wird erneuerbarer Strom erzeugt, wann immer es möglich ist. Es muss aber schon bald darum gehen, dass auch die Erneuerbaren den Strom dann liefern, wenn er wirklich gebraucht wird. Falls wir diese Systemverantwortung nicht bewältigen, können wir das Ziel, ein tragfähiges Energieversorgungssystem aus Erneuerbaren aufzubauen, niemals erreichen. Die Energiewirtschaft wird mit allen Wertschöpfungsstufen an diesem Ziel arbeiten.

Was bedeutet das für die Zusammenarbeit in Europa?

Der Weg zu einem einheitlichen europäischen Energie-Binnenmarkt ist noch mit viel Arbeit verbunden. Auch in der Frage der Förderung Erneuerbarer Energien müssen wir langfristig europäisch denken. In diesem Punkt plädiere ich für ein europaweites Fördermodell. Eine schrittweise Harmonisierung der Fördersysteme und die Konzentration auf besonders effiziente Technologien würden erhebliche Verbesserungen bringen, sowohl bei der Kosteneffizienz als auch mit Blick auf die Versorgungssicherheit. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Öffnung der Märkte in allen EU-Ländern.

Im vergangenen Jahr haben Sie mit der Veranstaltung „Smart Renewables“ eine Plattform gegründet, die den Umbau der Energieversorgung in den nächsten Jahren begleiten soll. 

Bereits zum zweiten Mal bietet der BDEW mit den „Smart Renewables“ allen Akteuren an, in einen intensiven Dialog zu treten. Umweltverbände und Energieunternehmen, Politik und Wissenschaft und nicht zuletzt Bürger sind aufgerufen, sich an der jetzigen Diskussion zur Gestaltung der Energiewende zu beteiligen. Von den Smart Renewables geht auch das klare Signal aus: Der BDEW stellt sich dem Dialog und leistet einen konstruktiven Beitrag.