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Statement: Ewald Woste,
BDEW-Präsident und Vorstandsvorsitzender der Thüga AG, München
Ewald Woste

Fragen an Ewald Woste, BDEW-Präsident:

Die Erzeugung aus Erneuerbaren Energien hat in diesem Jahr die psychologisch wichtige Marke von 20 Prozent überschritten. Was bedeutet das für den Strommarkt, wenn ein wesentlicher Anteil, durch gesetzliche Umlagen getragen wird?

Die Betrachtungsweise im Bereich der Erneuerbaren Energien ist zunehmend behördlich regulatorisch und nicht mehr unternehmerisch geprägt. Der Wettbewerb rückt in den Hintergrund und die Handlungsspielräume und wettbewerblichen Möglichkeiten der Unternehmen drohen dadurch immer geringer zu werden. Für die Energiewirtschaft steht fest: Auch im Bereich der Erneuerbaren Energien können langfristig nur der Markt und ein wettbewerblicher Rahmen Ineffizienzen vermeiden und damit für die Verbraucher optimale Lösungen bieten. Die erneuerbaren Energien müssen nach einer Startphase nun wieder in den Markt integriert werden.

Wie lange wird ein solches System noch finanzierbar sein? Was muss getan werden, damit unser System langfristig noch finanzierbar ist?

Der Wechsel eines Energiesystems kostet Geld. Wir müssen schauen, dass die richtigen Anreize gesetzt werden. In einem sich schnell entwicklendem Markt, wie dem heutigem Energiemarkt, bedeutet dies, dass insbesondere Förderziele und –maßnahme regelmäßig auf deckungsgleichheit überprüft werden sollten. Hier muss zum einen die Förderung der Erneuerbaren, aber auch die Auswirkung daraus auf die konventionellen Kraftwerke berücksichtigt werden.

Was wären entscheidende Meilensteine der Energiewende?

Um es ganz klar zu sagen: Damit wir die erneuerbaren Ziele erreichen können, ist neben dem weiteren Ausbau der Erzeugung aus erneuerbaren Quellen der Netzausbau der Dreh- und Angelpunkt. Leider sind die Planungs- und Genehmigungsverfahren mit durchschnittlich 8 bis 10 Jahren sowie die vor Ort oft fehlende Akzeptanz bei Neubauten weiterhin ein großes Hindernis. Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Beschleunigung der Planung und Genehmigung von Netzinvestitionen sind ein erster, wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Darüber hinaus brauchen wir Renditen, die internationalen Vergleichsmaßstäben entsprechen. Den notwendigen Netzausbau für ein Energiesystem zu organisieren, das weitgehend auf Erneuerbaren Energien basiert, ist eine Aufgabe, an der sich alle gesellschaftlichen Gruppen beteiligen müssen. Die Energiebranche braucht heute Akzeptanz, Investitionsanreize und vor allem stabile Rahmenbedingungen, damit wir den ehrgeizigen, aber machbaren Fahrplan der Bundesregierung auch einhalten können.

Welche Impulse erwarten Sie von der Smart Renewables 2012 für die aktuelle Diskussion?

Wenn wir es schaffen wollen, die Energiewende erfolgreich zu gestalten, brauchen wir die Unterstützung von allen Beteiligten in diesem Land. Momentan schauen insbesondere unsere Nachbarstaaten sehr aufmerksam auf uns. Wir sollten das als Chance auffassen und sehr sorgfältig vorgehen. Die Teilnehmer der „Smart Renewables“ 2012 sollen die Veranstaltung als Plattform nutzen können, gemeinsame Ziele und neue Ansätze zu diskutieren und zu formulieren, um die Energiewende erfolgreich umzusetzen.