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Statement: Dr. Norbert Schwieters, Energy Leader Deutschland PricewaterhouseCoopers AG, Düsseldorf
Dr. Norbert Schwieters

Offshore Windenergie – der Bau der Windparks muss vom Ausbau der Netze begleitet werden

Wir rechnen damit, dass nach Jahren der Vorbereitungszeit zunehmend höhere Investitionsvolumen in Offshore-Windprojekte gehen. Bei einem Großteil der geplanten Projekte ist die Errichtung von 80 Windenergienanlagen mit einer Nennleistung von zwischen 280-400 MW geplant, wofür nach bisherigen Erfahrungen die Finanzierung einer Investitionssumme von € 1-1,6 Mrd. auf die Beine gestellt werden muss. Mit der Einführung eines attraktiveren Vergütungstarifs - dem sog. Stauchungsmodell - und der Auflegung eines KfW-Kreditprogramms in Höhe von € 5 Mrd. sind wichtige Voraussetzungen geschafft worden, dass dies in zunehmenden Maße gelingen und dem Sektor damit zum erhofften Durchbruch verholfen wird. 

Gegenwärtig stellt jedoch die Umsetzung der Netzanbindung der Offshore Windparks für die Netzbetreiber eine beträchtliche technologische und finanzielle Herausforderung dar, für die noch tragfähige Lösungen gesucht werden. Diskutiert werden einheitliche technische Standards für möglichst leistungsfähige Offshore-Clusteranschlüsse, effizientere Regelungen für die zeitliche Abfolge von Maßnahmen zur Realisierung der Windparks und der jeweiligen Netzanbindungen sowie auch hier eine stärkere Einbindung der KfW bei der Bereitstellung der benötigten Investitionsmittel. 

Eine weitere große Aufgabe ist später die Finanzierung zusätzlicher Trassen, um den Strom über das Land vom Norden in die im Süden gelegenen Verbrauchszentren zu transportieren. Die deutsche Energieagentur (dena) weist in ihrer Netzstudie II aus 2010 darauf hin, dass 3.600 km neue 380-KV-Freilandleitungen gebaut werden müssten, um den Erfordernissen der kommenden Energieversorgung gerecht werden zu können. Die Kosten hierfür betragen danach für die Basisvariante € 9,7 Mrd., alternative Konzepte unter Einsatz von Hochtemperaturleitertrassen und zusätzlichen neuen Trassen von lediglich 1.700 km kommen auf bis zu € 17 Mrd.. Bei der Nutzung von Erdleitungen sei mit Kosten zwischen € 22-29 Mrd. zu rechnen. zurück zur Startseite