Energieversorgung im Europäischen Kontext

Nicht nur in Deutschland ist die Debatte um die Entwicklung der Energieversorgung entfacht, auch auf europäischer Ebene werden derzeit wichtige Weichenstellungen vorgenommen. Die Europäische Kommission plant derzeit mit der Strategie „Energy 2020“ die strategische Ausrichtung der europäischen Energiepolitik für den Zeitraum 2011 bis 2020. Die Strategie soll als neue umfassende, europäische Energiestrategie den bisherigen Aktionsplan „Eine Energiepolitik für Europa“ aus dem Jahr 2007 ablösen und die Weichenstellung für die Bewältigung der energiepolitischen Herausforderungen, insbesondere mit Blick auf die Schaffung eines CO2-armen Energiesystems bis 2050, einleiten.

Die Energiestrategie für 2020 soll zunächst notwendige Schritte aufzeigen, um die sogenannten „20-20-20“-Verpflichtungen bis 2020 zu erreichen. Diese sind: 20 Prozent Anteil erneuerbarer Energien am Energiebedarf, 20 Prozent weniger Treibhausgasemissionen sowie 20 Prozent mehr Energieeffizienz. Ziel der Strategie ist des Weiteren auch die Schaffung einer sicheren, effizienten, vielfältigen und kohlenstoffarmen Energiewirtschaft. Grundbausteine dabei sind ein funktionierender und wettbewerbsorientierter Binnenmarkt, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit. Diese Entwicklungen sollen insbesondere auch den Verbrauchern zu Gute kommen. Die Maßnahmen sollen daher u. a. auf die rechtzeitige und korrekte Umsetzung der Binnenmarktgesetzgebung, den Abbau technischer und regulativer Barrieren für den Infrastrukturausbau, die Klärung der Energieeinsparziele, den Start von neuen, zielgerichteten Technologieprojekten (u. a. Smart Grids und Stromspeicher) sowie auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie abzielen. Als Herausforderungen identifiziert die Kommission u. a.:

  • Bisher unterschiedliche bzw. unvollständige Umsetzung der bestehenden Rechtsvorschriften (zweites Energiebinnenmarktpaket) zum europäischen Energiebinnenmarkt (d.h. kein level playing field in der EU für die Unternehmen, zum Teil regulierte Endverbraucherpreise in vielen Mitgliedstaaten etc.)
  • Zurzeit Bau von Wind und Solaranlagen entsprechend der Höhe der Vergütung und nicht entsprechend der am besten geeigneten Standortbedingungen, wo Sonne und Wind kontinuierlich und in hoher Menge zur Verfügung stehen.
  • „Smarter“ und grenzüberschreitender Infrastrukturausbau für Strom und Gas sind dringend erforderlich, nicht nur, um die einzelnen Mitgliedstaaten der EU enger zu vernetzen und damit die Versorgungssicherheit zu erhöhen (Stichwort Interkonnektoren), sondern auch um die entsprechend der politischen Vorgaben zu erwartenden gewaltigen Mengen an erneuerbarem Strom aufnehmen zu können.
  • Integration der Erneuerbaren in den Markt

Auszug aus Fakten: Smart Renewables – die Zukunft der erneuerbaren Energien, November 2010

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